Chronik

Chronik des Schützenverein St. Georg Hauenstein

Vorgeschichte
Die Geschichte des Schießsports in Hauenstein läßt sich bis in das Jahr 1893 zurückverfolgen.
Damals wurde der Kriegerverein Hauenstein gegründet, der im Jahre 1935 vom Kyffhäuserbund übernommen wurde. Im Gewanne “Needing” errichtete man 1930/31 die erste Schießanlage nebst Schützenhaus. Man schoss mit dem Kleinkalibergewehr auf vier 50m-Bahnen. Leider fiel die Anlage 1945 einem Bombenangriff zum Opfer. Die historisch wertvolle Fahne des Kriegervereins blieb dem Schützenverein St. Georg e.V. erhalten und wurde später restauriert.
Auch beim Turnverein Hauenstein gab es ab 1953 eine Schießsportabteilung unter der Leitung von Josef Rötterer. Die Turnerschützen schossen mit dem Luftgewehr in der alten Turnhalle. Diese Abteilung wurde 1957 in den Schützenverein übernommen.

Gründung
Gegründet wurde der Schützenverein St. Georg Hauenstein im Frühjahr 1955 im Gasthaus “Zum Löwen” von einigen schießsportbegeisterten jungen Männern. Der Eintrag ins Vereinsregister beim Amtsgericht Dahn erfolgte am 25.Juli 1955. Als Gründungsmitglieder unterzeichneten:

Becker Theo
Cölsch Otto
Feith Theo
Graf Rupprecht
Gerst Walter
Hirschel Helmut
Kugler Lothar
Memmer Egon
Meyer Günther
Morio Anton
Müller Karl

Zum ersten Vorsitzenden wurde Helmut Hirschel gewählt.
Mit Rat und Tat standen bei der Vereinsgründung die ehemaligen Mitglieder des Kriegervereins, später Kyffhäuserbund, zur Seite. Besonders Naab Adolf, Rohner Otto, Müller Karl und Johann Hermann, die später Ehrenmitglieder des Schützenvereins wurden. Die Patenschaft für den jungen Verein übernahm Prälat Georg Sommer; er stiftete auch die erste Königskette.

Das erste Schützenhaus
Auf einem gepachteten Grundstück im “Stopper” und mit einem Darlehen von 7000.- DM als finanziellen Grundstock wurde schon bald nach der Vereinsgründung mit dem Bau eines Schützenhauses mit Schießstand begonnen. Nur dank der guten Kameradschaft und vielen Eigenleistungen der Mitglieder konnte 1956 die neue Anlage ihrer Bestimmung übergeben werden. 1957 übernahm der Schützenverein St. Georg die Schützenabteilung des Turnvereins Hauenstein auf fast einstimmigen Beschluss der Generalversammlung. Deren Leiter Josef Rötterer hatte sich große Verdienste um den Schießsport erworben. Neben den vier 50m-Bahnen für das Kleinkaliberschießen entstanden nun noch vier 10m Luftgewehrstände.

Erster Erweiterungsbau
Zu Beginn der 60er Jahre erwies sich der Schießstand für den inzwischen auf 70 Mitglieder angewachsenen Verein als zu klein und entsprach nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen. Nach dem 1958 und  1960 die anfangs nur gepachteten Grundstücke gekauft worden waren, baute man 1961 eine kleine Küche und Toiletten und schloss das Schützenhaus ans elektrische Ortsnetz an. Der Umbau des Schießstandes begann 1962 in Fertigbauweise, was sich bei späteren Erweiterungen als sehr vorteilhaft herausstellte. Die guten Kontakte zur amerikanischen Armee waren sehr hilfreich und so konnte auch dieses Bauvorhaben fast ganz in Eigenleistung vollendet werden. Ein neues Darlehen von 8000.- DM mußte aufgenommen werden.

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Im Mai 1963 konnte der Schießbetrieb wieder aufgenommen werden. Auf der 50m Bahn standen zunächst drei automatische Zuganlagen zur Verfügung, eine vierte konnte wenig später auch noch finanziert werden. Ab Herbst schosssen dann auch bis zu 5 Pistolenschützen gleichzeitig auf einer selbstgebauten Anlage.
Das Luftgewehrschießen war kurz vorher eingestellt worden und auf der neuen Anlage zunächst nicht möglich.

Auf der Generalversammlung im November 1963 übergab Helmut Hirschel den Vereinsvorsitz an Josef Wawersich; er sah seine Aufgabe, den Verein aufzubauen, als erfüllt an. In den folgenden Jahren galt es in erster Linie, die aufgenommenen Darlehen zurückzuzahlen und auf sportlichem Gebiet weiter zu kommen. Um aus erster Hand über den Schießsport unterrichtet zu werden hatte der SV St. Georg 1964 Besuch von Klaus Zähringer, dem Silbermedaillengewinner von Tokio und 1966 vom Olympiasieger und Weltschützenkönig Gary Anderson.
Der Wunsch, die Jugend für das Schießen zu begeistern und zukünftig auch mit der Luftpistole trainieren zu können, führte 1965 zur Wiederaufnahme des Sportes mit Luftdruckwaffen. Zunächst schoss man im Saal des Gasthauses “Zur Sonne” (Eisenhut), später wurden die 10m Stände zwischen die Kleinkaliberstände der Schießanlage im “Stopper” eingebaut.

Zweiter Erweiterungsbau
Anfang der 70er Jahre hatte der Verein seine Schulden größtenteils getilgt und sogar einen finanziellen Grundstock für kommende Aufgaben geschaffen. Auch an das Gelände des Schützenvereins angrenzende Grundstücke waren bereits erworben. Für den mit steigender Mitgliederzahl zunehmenden Schießbetrieb reichte die vorhandene Anlage nicht mehr aus, und so beschloss man bereits 1970, Baupläne für eine Standerweiterung auszuarbeiten, die dann 1973 von der Hauptversammlung gebilligt wurden. Nach entbehrungsreichen zwei Jahren Bauzeit konnten die Hauensteiner
St.-Georgs-Schützen 1975 zu ihrem 20-jährigem Jubiläum eine der schönsten Schießanlagen in der Pfalz in Betrieb nehmen.

Die “Rheinpfalz” veröffentlichte am 03. Juli 1975 den Bericht:  Schützenhaus und Schießanlage mit Pfiff

Nach diesem ”Kraftakt” folgten Jahre der Konsolidierung und Konzentration auf den Schießsport, für den man nun ja optimale Bedingungen geschaffen hatte. 30 Schützen konnten nun gleichzeitig ihrem geliebten Sport nachgehen, eine Kapazität, die sich bis heute als ausreichend erwiesen hat.


Nächster Höhepunkt in der Vereinsgeschichte waren die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum. Unvergessen bleiben die Totenehrungen mit Kranzniederlegung und Salutsalven am Ehrenmal und die Schubertmesse auf der mit 1500 Menschen voll besetzten Juboranch. Die vom damaligen Vereinsvorstand Wolfgang Glaser und dem 2. Vorsitzenden Theo Feith organisierte Veranstaltung war nicht nur für den Schützenverein St. Georg ein toller Erfolg, sondern erbrachte auch die stattliche Summe von 1207.- DM für das Behindertenwerk von Pfarrer Kimmle.

Im April 1982 richtete unser Verein die Generalversammlung des Pfälzischen Sportschützenbundes aus. 550 Delegierte aus der gesamten Pfalz nahmen an dieser Veranstaltung in der Wasgau-Sporthalle Hauenstein teil.
Mitte der 80er Jahre zählte man ca. 140 Mitglieder. Die Schützen aus Hauenstein waren in vielen Disziplinen aktiv und erfolgreich, und auch eine sehenswerte Jugendabteilung war aufgebaut worden. Nun war es an der Zeit, die Trainings- und Wettkampfbedingungen auf dem Luftdruckwaffenstand zu verbessern. Bisher schoss man “ins Freie” und die Schießleistungen wurden von Witterungsbedingungen und wechselnden Lichtverhältnissen beeinflusst. Dies verbesserte eine Überdachung. Gleichzeitig rückten die Schießstände um 5m nach vorn - die Option, mit Zimmerstutzen zu schießen, wurde damit aufgegeben - , wodurch mehr Platz hinter den Schützen z.B. für Zuschauer entstand. Mit elektrischen Zuganlagen ausgerüstet, war die 10m-Halle nun fast perfekt.
Auf der Jahreshauptversammlung 1988 wurde Theo Feith zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er löste damit Wolfgang Glaser, der nicht mehr kandidierte, nach 12-jähriger Amtszeit ab.
Neben der ohnehin immer anfallenden Instandsetzungsarbeiten an der Schießanlage und der Modernisierung des Auswertungsraumes standen nun auch umfangreiche Arbeiten in der Gastwirtschaft an. Mit hohem finanziellem Aufwand wurde 1992/1993 die Küche komplett neu gebaut und eingerichtet, um so optimale Voraussetzungen für die jeweiligen Pächter zu schaffen. Die Einnahmen aus der Vermietung der Gaststätte waren immer ein wesentlicher Bestandteil im Finanzplan des Schützenvereins.

Als der Schützenverein St. Georg Hauenstein 1995 sein 40-jähriges Bestehen feierte, hatte er schon 170 Mitglieder und nahm mit 11 Mannschaften an Rundenkämpfen teil, wobei die 1. Luftpistolenmannschft sogar in der Oberliga, der damals höchsten Klasse im DSB startete. Auf unzählige Erfolge bei Kreis-, Bezirks- und Landesmeisterschaften konnte man zurückblicken. Der Verein war schuldenfrei und stolzer Besitzer einer Fläche von rund 8000 m².
In den folgenden Jahren musste die Schießanlage durch mehrere Modernisierungsmaßnahmen auf einem zeitgemäßen Stand gehalten werden. Zum Beispiel erhielten die KK-Zuganlagen eine elektronische Steuerung, und der Sportpistolenstand wurde mit einer Schalldämmung versehen, um nicht durch das neu ins Programm genommene Schießen mit Großkaliberkurzwaffen Probleme mit Geräuschemissionen zu bekommen. Eine Auswertmaschine wurde angeschafft, vor allem aber mussten Rücklagen gebildet werden für das nächste Großprojekt, die unausweichliche Sanierung des kompletten Daches.
2001 beauftragte man eine Dachdeckerfirma mit der Erneuerung der Dächer von Gaststätte und Schießanlage, und durch viel Eigenleistung der Vereinsmitglieder sollten die Kosten möglichst niedrig gehalten werden. Dadurch, mit Hilfe von Zuschüssen verschiedenster Organisationen und dank der vorausschauenden Finanzplanung der Vereinsführung war keine Verschuldung des Vereins erforderlich.
Auf der Jahreshauptversammlung 2005 stellte Theo Feith nach 26-jähriger Tätigkeit im Vorstand des Schützenvereins - davon 14 Jahre als erster Vorsitzender - aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung. Er wurde 2003 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Die Versammlung wählte Gerhard Bischoff zum ersten Vorsitzenden, der dieses Amt bis heute bekleidet.
Zum 50. Jubiläum im Jahre 2005 wurde die gesamte Schießanlage in vielen Arbeitseinsätzen herausgeputzt. Der
KK-Stand bekam neue Pritschen, der 10m-Stand neue elektrische Zuganlagen, und die Gebäude wurden innen und außen mit einem neuen Anstrich versehen.

 

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